Veröffentlicht am 1. Februar 2018
Why Me Tbilisi ist das erste umweltfreundliche Hostel in Tiflis und ganz Georgien. Bis es an diesen Punkt kam, sind 7 Jahre vergangen. In diesem Blog möchten wir teilen, wie alles angefangen hat.
Die ersten Schritte in Richtung der Eröffnung des Hostels Why Me wurden 2009 unternommen. Wir erstellten einen Businessplan und eine Kostenkalkulation. Der nächste Schritt war die Suche nach einem geeigneten Standort. Zunächst suchten wir nach einem freien Grundstück, auf dem wir ein Hostel von Grund auf neu bauen konnten – diese Idee mussten wir jedoch aufgeben, da die verfügbaren Grundstücke weit vom Stadtzentrum entfernt und ziemlich teuer waren. Letztendlich entschieden wir uns dazu, ein altes Gebäude in der Stadt zu finden und es in ein umweltfreundliches Hostel umzubauen.
Der Standort war uns sehr wichtig, weshalb wir gezielt nach einem Gebäude zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen gesucht haben. Außerdem war es uns wichtig, in der Nähe einer Metrostation zu sein – also machten wir uns auf die Suche nach einem Haus direkt an der Metro, im Bereich zwischen Stadtzentrum und Flughafen. Am Ende fiel unsere Wahl auf ein Haus, das nur 200 Meter von der Metrostation Varketili entfernt liegt.
Das Gebäude, das wir ausgewählt hatten, entsprach vom Design her nicht ganz unseren Vorstellungen – aber es hatte das Potenzial, genau das Richtige für uns zu werden. Wir erstellten einen Plan für den Umbau und mussten anschließend die nötigen Unterlagen zusammenstellen, um eine Baugenehmigung zu beantragen.
Um eine Genehmigung für den Bau eines umweltfreundlichen Gebäudes zu erhalten, mussten wir so einige Hürden überwinden. Das erste Projekt wurde vom Rathaus abgelehnt, weil die Wände im Bauplan zu dick waren. Wir mussten das Projekt so anpassen, dass es vom Rathaus akzeptiert werden würde, ohne dabei den Nachhaltigkeitsaspekt zu verlieren. Nach einigen Gesprächen mit Experten aus Norwegen, den Niederlanden und Deutschland fanden wir Wege, das Gebäude nachhaltig zu gestalten, und entschieden uns, den Umbau in zwei Phasen durchzuführen, damit das Projekt von den lokalen Behörden leichter genehmigt werden konnte. Es war ein sehr langer Prozess – aber am Ende, nach drei Ablehnungen, erhielten wir endlich die lang ersehnte Baugenehmigung.
Nach den Schwierigkeiten bei der Baugenehmigung konnten wir endlich mit der ersten Phase des Umbaus beginnen. Dabei standen wir vor dem nächsten Problem: Wir fanden keinen Auftragnehmer mit Erfahrung im Bereich nachhaltiges Bauen. Also entschieden wir uns, den gesamten Bauprozess selbst in die Hand zu nehmen und alle Handwerker und Arbeiter selbst anzuleiten. Dabei stießen wir auf zwei große Herausforderungen: die Sprachbarriere und das technische Fachwissen. Es war sehr schwierig, die technischen Aspekte der Anweisungen zu übersetzen, und die Arbeiter, die wir engagiert hatten, waren alles andere als begeistert davon, sich mit etwas Neuem auseinanderzusetzen. Immer wieder fragten sie: „Warum braucht ihr das?" Wir antworteten, dass wir Energie sparen wollen, um die Natur zu schonen. Doch das Team der Arbeiter interessierte das herzlich wenig – es war ihnen unangenehm, Dinge anders zu machen als gewohnt.
Unser Geschäftsführer hat den gesamten Prozess überwacht und spezielle Kurse besucht, um sich Wissen und praktische Erfahrung in den Bereichen Sanitär, Heizung und Solarenergie anzueignen.
Die erste Phase des Umbaus war abgeschlossen, und als alle Systeme in Betrieb genommen wurden, führten wir den ersten Test durch – und stießen dabei auf mehrere Probleme. Eines der größten war, dass im zweiten Stock nicht genug Wasser ankam. Wir stellten fest, dass das vom Arbeitsteam installierte Hauptrohr einen zu kleinen Durchmesser hatte. Wir ersetzten es durch ein Rohr mit größerem Durchmesser und legten drei separate Anschlüsse an: für den Boiler, das erste und das zweite Stockwerk. Nach dieser Anpassung war der Wasserdruck jedoch zu hoch, weshalb wir einen Druckregler installierten. Danach waren alle Probleme mit der Wasserversorgung behoben.
Wir starteten mit der zweiten Phase des Umbaus – dem Austausch des Daches. Das Dach musste dem Konzept eines nachhaltigen Gebäudes entsprechen. Nach Rücksprache mit Experten entschieden wir uns, das Dach mit hochwertigen PU-Schaum-Sandwichpaneelen mit einer Stärke von 10 cm zu verkleiden. Der Dachrahmen musste stabil genug sein, um das Gewicht von mindestens 40 Solarmodulen zu tragen, die auf den Sandwichpaneelen montiert werden sollten. Zudem musste er so gestaltet sein, dass das gesamte Regenwasser an einem einzigen Punkt gesammelt wird, um es anschließend in einem Regenwassernutzungssystem weiterverwenden zu können.
Nach 7 Jahren Vorbereitung, tonnenweise Papierkram, endlosen Auseinandersetzungen mit Auftragnehmern sowie unzähligen Tests und Nachprüfungen durch die lokalen Behörden waren wir endlich bereit für den letzten aufregenden Schritt – die Einrichtung der Zimmer. Am 1. Juli 2016 öffnete das Why Me Tbilisi schließlich seine Türen für den ersten Gast.
Von Anfang an war es unser oberstes Ziel, die Natur zu schützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere Gäste ihren Aufenthalt im Why Me Tbilisi - Hostel in vollen Zügen genießen können.
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In diesem Blog erfährst du alles über die umweltfreundlichen Maßnahmen im Why Me Tbilisi und die Gründe warum die Why Me Familie damit gestartet hat.